Bildschirme, auf denen Trump und Hitler zu sehen sind

Radikal im Cyberspace

Extremismus hat seinen Ursprung oft im Gefühl „anders zu sein“. Über das Internet gelangen radikale Gruppen leichter an Menschen, die ohnehin schon sozial isoliert leben. Der Cyberspace ist seit Jahren ein Ort, um extremistische Ideen zu fördern. Soziale Medien ziehen Terroristen der ganzen Welt an. Daher ist es wichtig, daran zu arbeiten, dieser Bedrohung entgegenzuwirken. Das Verhältnis Sozialer Netzwerke und Ideologie des Terrorismus wird vor allem in zwei Aspekten deutlich: Zum einen ist die auffallend intensive Nutzung sozialer Medien im Allgemeinen durch Mitglieder der Gesellschaft zu nennen. Zum anderen, dass extremistische Gruppen die sogenannten Sozial Medien immer mehr nutzen, um Extremismus zu verbreiten und für ihre Ideologie empfänglich zu machen und zu rekrutieren. Die Art von Ideen die so Verbreitung finden, reichen von der Erlaubnis, andere Menschen zu töten, fangen aber eher bei kleinerem Übel, wie dem Versenden von Bildern an, auf denen Gräueltaten abgebildet sind. Anlass dafür sind lediglich Unterschiede im Glauben oder weil andere Menschen andere Ansichten zum Thema haben. Zudem holen soziale Medien Menschen dort ab, wo sie stehen. Gerade soziale Außenseiter fühlen sich da schnell von einer extremen Gruppe verstanden und sind empfänglich für ihre Worte und Regeln. Dieses Phänomen hat sich in den meisten Ländern der Erde verbreitet, auch in europäischen Ländern wie Frankreich. Unter dem Namen „fachosphère“ sind dort extreme Kräfte tätig und fördern Gewalt gegen im Land lebende Ausländer. Weil es so leicht ist, Nachrichten, Bilder und Filme im Internet zu verbreiten und zu empfangen, werden diese Inhalte auch von Menschen konsumiert, die mit ihnen etwas füllen wollen, das ihnen in ihrem Leben fehlt: intellektuelle Leere, körperliche Bedürfnisse, die Lust nach Abenteuer, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Das Konzept des Extremismus sagt aus, dass extrem ist, was von den üblichen Normen, Werten, und Verhaltensweisen einer Gesellschaft radikal abweicht. Isolation, Negativität und Rückzug aus einer Gesellschaft aber, kann einen solchen Extremismus fördern. Weshalb sich an die Werte und Standards einer Welt halten, zu der man ohne hin nicht wirklich gehört? Deshalb nehmen Menschen am Rande der Gesellschaft möglicherweise neue Normen leichter an, die sie in ein Kollektiv aufnehmen und als Individuum scheinbar wertschätzen. Diese Menschen, einmal von der neuen Ideologie infiziert wiederum, wollen das, was ihnen gut tat und daher als richtig empfunden wird, weiter verbreiten. Sie wollen selbst Gehör finden und sich ausdrücken. Also verbreiten auch sie wiederum Texte, Filme und Soundnachrichten, machen Lärm, um Ideen auszudrücken, die sie als die für die Menschheit richtigen halten. Extremismus kann aber auch plötzlich im Einklang mit kulturellen und ideologischen Konzepten stehen. In Amerika sehen wir das gerade mit dem – nicht mehr ganz so neu gewählten – Präsidenten Trump: das Land, das ehemals als Speerspitze der freien westlichen demokratischen Welt galt, hat einen politischen Führer an seiner Spitze, der aus europäischer Sicht in verschiedener Weise als schwer radikal gilt. Als extrem. Und auch er greift auf die Sozialen Medien zurück, um seine radikalen und extremen Botschaften in die Welt zu tragen und Anhänger zu mobilisieren. Es ist eine Art elektronischer Extremismus, der hier stattfindet. Über konkrete Beispiele hinaus kann dieser, ganz allgemein, stattfinden unter Einsatz des Internets, durch die Verbreitung, Ausstrahlung, Übertragung und den Empfang extremer Inhalte und Botschaften an eine größere Öffentlichkeit oder ein zielgerichtetes Publikum. Der Anstifter von Gewalt kann eine unabhängige Person oder eine ganze Gruppe sein. Wichtig ist nur, dass die Empfängerzahl möglichst groß ist und die Personen, beinahe als wären sie ein Kollektiv, auf die Botschaft des Anstifters positiv reagieren – und seine Nachrichten durch eigenes Zutun weiter fördern.
Tarek Bunni
Tarek Bunni
redakteur4@wirklichwahr.org

Tarek Bunni war Teil der wirklich\\wahr-Redaktionen "\\extrem" im Herbst 2018.

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